Spitzencluster "Auditory Valley - Hören in Niedersachsen"

Auditory Valley

Die Clusterpartner stellten ihre Projekte und Visionen vor

Vorstellung des Spitzenclusters im Gespräch mit Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier (Universität Oldenburg), Prof. Dr. Thomas Lenarz (Medizinische Hochschule Hannover), Prof. Dr. Rudolf Probst (UniversitätsSpital Zürich), Prof. Dr. Jörg Sennheiser (Sennheiser electronic), Martin Kind (KIND Hörgeräte) und Dr. Werner Brinker (EWE AG)

Prof. Dr. Thomas Lenarz und Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier

Prof. Dr. Rudolf Probst und Prof. Dr. Jörg Sennheiser

Martin Kind

Dr. Werner Brinker

Wenige Tage vor der Entscheidung im Spitzencluster-Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung präsentierten die Clusterpartner des Konsortiums „Auditory Valley: Hören in Niedersachsen“ am 26. August ihr Know-how und ihre Visionen zur Zukunft des Hörens in der Vertretung des Landes Niedersachsen in Berlin.

Der weltweit einzigartige Forschungs- und Entwicklungscluster „Auditory Valley: Hören in Niedersachsen“ führt die umfassenden Expertisen in der Region Oldenburg/Hannover rund um das Thema Hören (Hörsysteme, Hördiagnostik) zusammen und greift in Kooperation mit den weltweit führenden Industrieunternehmen das volkswirtschaftlich wichtige Problem der Kommunikationsstörungen durch Schwerhörigkeit auf.

Der Verbund umfasst die gesamte Wertschöpfungskette hochtechnologischer Hörsysteme von der Forschung über die Entwicklung bis hin zur Produkteinführung, Versorgung der Betroffenen und Evaluation/Qualitätssicherung. Mit dem Kompetenzzentrum für Hörgeräte-Systemtechnik „HörTech“, der Expertise der Medizinischen Hochschule Hannover, der Abteilung medizinische Physik der Universität Oldenburg sowie den Hörzentren Hannover und Oldenburg, ist die Region Oldenburg/Hannover das Mekka der Hörforschung in Europa. Die Vision, die Region zum weltweit führenden Forschungs- und Entwicklungszentrum für Hörsysteme aller Art auszubauen, liegt klar vor Augen. Die jüngste Ansiedlung der Fraunhofer-Projektgruppe in Oldenburg, durch die die Einbindung der Techniken aus dem Consumer-Bereich (mp3, Bluetooth, etc.) ermöglicht wird, zeugt ebenso von der fortschreitenden Entwicklung auf Weltniveau wie die Zusammenarbeit
mit den Clusterpartnern, die fast den gesamten Weltmarkt für Cochlear-Implantate (CI) sowie der Hörgeräte-Industrie abdecken.

In einem vorwettbewerblichen Wissenstransfer werden gemeinsam mit den Partnern aus Forschung und Industrie die Möglichkeiten und Trends in der Hörsystemversorgung ausgelotet. „Wir sind bestrebt, den Menschen, die auf eine Hörhilfe angewiesen sind, ein optimales Sprachverstehen in allen Hörsituationen bei höchster Klangqualität und äußerstem Tragekomfort, kurz eine Überwindung der Einschränkung seiner vielleicht wesentlichsten Sinnesleistung, dem Hören, zu ermöglichen“, erklärt Prof. Lenarz, Ordinarius der HNO-Klinik an der MHH, Leiter des Hörzentrums Hannover und einer der Vorstände des Spitzenclusters „Auditory Valley“.

Auf Kooperation und Austausch setzt man auch in der universitären Ausbildung. „Um auch weiterhin die Zukunft des Hörens maßgeblich zu beeinflussen, bieten wir den angehenden Audiologen, Medizinern, Physikern und Technologen im ‚Auditory Valley’ Oldenburg/Hannover an den beteiligten Einrichtungen eine Aus- und Fortbildung mit starkem Praxisbezug und vielfältige Einblicke in die Forschungsarbeit der hier beheimateten Institutionen“, erörtert der Sprecher des Spitzenclusters, Prof. Dr. Dr. Kollmeier, der zugleich wissenschaftlicher Leiter der HörTech gGmbH, der Abteilung „Medizinische Physik“ der Universität Oldenburg und der neuen Fraunhofer-Projektgruppe „Hör-, Sprach-, und Audiotechnologie“ ist.

Die gemeinsame Strategie der beiden Hochschulen, der Unternehmen, der Wissenschaft und der Politik verleiht dem Cluster „das notwendige Gewicht, um auch in einem internationalen Umfeld den Medizintechnik-Standort Deutschland zu profilieren“, so der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Lutz Stratmann.

In einer Leistungsschau des Clusters in der Vertretung des Landes Niedersachsen in Berlin stellte das Zentrum einer umfangreichen Zahl geladener Besucher den aktuellen Stand von Forschung und Entwicklung bzgl. der aktuellen Hörhilfen – Cochlea-Implantate und Hörgeräte - sowie der Audiotechnologie durch zahlreiche beeindruckende Demonstrationen vor.

Die Gewinner im Spitzencluster-Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) werden am 2. September bekannt gegeben. Die fünf Cluster werden dann mit jeweils bis zu 40 Millionen Euro bei der Umsetzung ihrer Strategien über einen Zeitraum von maximal fünf Jahren gefördert.