Projekt III: Indikationsstellung und Optimierung des Anpassungsprozesses von Hörgeräten und Cochlea-Implantaten

(Leitung: Dr. Volker Hohmann (federführend), Universität Oldenburg, Dr. Andreas Büchner, Medizinische Hochschule Hannover)
Simulation eines Anregungsmusters

Simulation eines Anregungsmusters des Hörnerven mit Cochlea-Implantat-Elektroden: Die Helligkeit zeigt die Hörnerv-Aktivität für verschiedene Zeiten (horizontal) sowie Positionen der Nervenfaser entlang des Innenohrs (vertikal).

Versuchsaufbau

Gefördert vom Land Niedersachen arbeiten die Universität Oldenburg, das Kompetenzzentrum HörTech und die Medizinische Hochschule Hannover gemeinsam an der Verbesserung der Hördiagnostik und Hör-Rehabilitation. Das Teilprojekt III der Initiative unter der Leitung von Dr. Volker Hohmann (Medizinische Physik der Universität Oldenburg) und Dr. Andreas Büchner (Hörzentrum Hannover) hat sich zum Ziel gesetzt, die Versorgung von Patienten mit hochgradigem Hörverlust zu verbessern. Aufgrund der technologischen Verbesserung und zunehmenden klinischen Erfahrungen mit Cochlea-Implantaten erweitert sich der Indikationsbereich dieser medizintechnischen Innovation ständig, so dass hochgradig schwerhörende Patienten teilweise eine bessere Hör-Rehabilitation durch die Versorgung mit einem Cochlea-Implantat oder gar einer Kombination aus Cochlea-Implantat und Hörgerät erwarten lassen als mit klassischen konventionellen Hörgeräten allein.

Andererseits führt die technologische Innovation bei Hörgeräten auch zu einer immer besseren Versorgung mittel- bis hochgradiger Schwerhörender mit entsprechend optimierten digitalen Hörgeräten. In diesem Teilprojekt wird nun die spezifische Expertise der Hannoveraner Klinik bei der Cochlea-Implantation und der Universität Oldenburg bzw. dem Kompetenzzentrum HörTech bei der Hörgeräteversorgung kombiniert, um den Indikationsbereich für Hörgeräte und Cochlea-Implantate (ebenso für die in der Forschung befindliche Kombination aus Cochlea-Implantat und Hörgerät bei Resthörigkeit) festzulegen. Dazu werden mit einem umfangreichen und aussagekräftigen Methoden-Inventar die audiologischen Ergebnisse von Patienten vor Cochlea-Implantation mit einem optimal angepassten digitalen Hörgeräte und nach Implantation mit einem optimal angepassten Cochlea-Implantat in Beziehung gesetzt. Außerdem werden Modellrechnungen über die maximal erzielbare Sprach-verständlichkeit in Ruhe und unter Störgeräusch für die verschiedenen Versorgungsformen in Abhängigkeit von dem Ausmaß und der Art der Hörschädigung aufgestellt. Als Voraussetzung für diese Arbeiten werden Modelle für die Signalverarbeitung in Hörgeräten und Cochlea-Implantaten sowie psychoakustische und physiologische Modelle für die Hörwahrnehmung über Hörgeräte und über Cochlea-Implantate entwickelt und kombiniert. Diese einzigartige Modellkombination erlaubt die Überprüfung der Vorhersagbarkeit der Hörleistung eines Patienten mit Hörgeräten, Cochlea-Implantaten sowie einer Kombination aus beiden.